Klimawandel erhöht Borkenkäfergefahr in Österreichs Wäldern
Trockenheit, milde Winter und hohe Temperaturen begünstigen die Ausbreitung des Borkenkäfers. Für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer wird rasches Handeln immer wichtiger.
Österreichs Wälder stehen zunehmend unter Druck. Der Klimawandel verändert die Bedingungen in den heimischen Wäldern deutlich: längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und milde Winter schwächen viele Baumbestände und schaffen zugleich ideale Voraussetzungen für die Vermehrung von Borkenkäfern. Besonders betroffen ist die Fichte, die wichtigste Wirtsbaumart des sogenannten Buchdruckers – einer der bedeutendsten Borkenkäferarten in Österreich.
Nach dem trockensten März und April seit Beginn der Messgeschichte warnt das Landwirtschafts- und Forstministerium vor einer erhöhten Borkenkäfergefahr. In vielen Teilen Österreichs ist der Schwärmflug des Buchdruckers bereits in vollem Gang. Vor allem in tieferen Lagen treffen die Käfer auf durch Trockenheit geschwächte Bestände – ein Risiko, das sich bei anhaltender Trockenheit rasch verschärfen kann.
Warum Trockenheit den Borkenkäfer begünstigt
Borkenkäfer befallen in der Regel geschwächte, frisch gefällte oder geworfene Bäume. Bei Massenvermehrungen können sie jedoch auch vitale Bäume angreifen. Besonders problematisch ist, dass Wärme ihre Entwicklung beschleunigt: Hohe Sommertemperaturen und milde Winter ermöglichen mehr Käfergenerationen pro Jahr. Dadurch steigt der Befallsdruck innerhalb kurzer Zeit deutlich an.
Bäume sind besonders gefährdet, wenn sie unter Trockenstress stehen. Wassermangel schwächt die Abwehrkraft der Bäume, etwa die Harzbildung, mit der sie sich gegen eindringende Käfer verteidigen. Gelingt es den Käfern, einen Baum massenhaft zu besiedeln, kann sich ein Befallsherd schnell ausweiten.
Borkenkäfer-Monitoring liefert aktuelle Warnsignale
Ein zentrales Instrument zur Früherkennung ist das österreichische Borkenkäfer-Monitoring. Es wird vom Bundesforschungszentrum für Wald gemeinsam mit den Landesforstdiensten und den Landwirtschaftskammern betrieben. Ziel ist es, Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer laufend über die aktuelle Flugsituation der wichtigsten Borkenkäferarten zu informieren.
Die Plattform liefert aktuelle Fangzahlen aus Monitoringfallen sowie Informationen zum Entwicklungsfortschritt der Käfer. Zusätzlich werden meteorologische Bedingungen und Modelle wie PHENIPS genutzt, um kritische Entwicklungsphasen besser einschätzen zu können.
Was Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer jetzt tun sollten
Regelmäßige Kontrollen sind derzeit besonders wichtig. Gefährdete Bestände sollten engmaschig beobachtet werden, vor allem in trockenen und warmen Lagen. Befallene Bäume müssen rasch aufgearbeitet, aus dem Wald entfernt oder fachgerecht behandelt werden. Auch frisch geworfenes, gebrochenes oder geschlägertes Holz sollte nicht unbehandelt im Wald liegen bleiben, da es als Brutmaterial dienen kann.
Gleichzeitig empfiehlt sich eine langfristige waldbauliche Strategie: standortgerechte Baumartenwahl, Förderung von Mischbeständen, Pflege stabiler Bestandesstrukturen und rechtzeitige Durchforstung. So kann der Wald besser mit Trockenheit, Hitze und Schädlingsdruck umgehen.
Fazit
Der Borkenkäfer bleibt eine der größten Herausforderungen für Österreichs Wälder. Der Klimawandel verschärft die Situation, weil Trockenheit und Wärme sowohl die Bäume schwächen als auch die Entwicklung der Käfer beschleunigen. Entscheidend sind daher zwei Ebenen: kurzfristig konsequente Kontrolle und rasche Entfernung befallener Bäume, langfristig der Umbau hin zu klimafitten, widerstandsfähigen Mischwäldern.
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