Studie zu CCS in Österreich: Energieverbrauch und volkswirtschaftliche Effekte
Das Umweltbundesamt untersuchte den zusätzlichen Energieverbrauch sowie mögliche volkswirtschaftliche Auswirkungen von Carbon Capture and Storage (CCS) in Österreich im Zeitraum 2030 bis 2040.
Die Studie analysiert 19 österreichische Anlagen in „Hard-to-abate“-Sektoren wie Zement-, Kalk-, Feuerfestindustrie, Abfallverbrennung und Raffinerien. In einem weiteren Schritt wird die Bedeutung von Bio-CCS, insbesondere in der Papier-, Zellstoff- und Holzindustrie, beleuchtet. Dafür wurden 12 Anlagen mit biogenen CO2-Emissionen untersucht. Dieser Bereich eignet sich gut für erste CCS-Anwendungen: Einerseits verfügt Österreich über große Papier- und Zellstoffanlagen, wodurch Skaleneffekte realisiert werden können, andererseits können durch die Speicherung biogenen CO2 fossile Restemissionen ausgeglichen und Negativemissionen erzielt werden.
Ergebnisse der Studie:
- Die Abscheidung von etwa 9 Millionen Tonnen CO2 würde zusätzliche Kapazitäten von rund 1.600 Megawatt erneuerbarer Energie fordern.
- Um die Kosten für CCS vollständig abzudecken, bräuchte es entweder öffentliche Mittel oder einen höheren CO2-Preis im Emissionshandel. Ohne öffentliche Förderungen müsste der CO2-Preis von aktuell rund 80 €/tCO2 auf 200 bis 280 €/tCO2 steigen.
- Die volkswirtschaftliche Betrachtung der Studie ziegt, dass die dadurch entstehenden Investitionsimpulse von 10,7 Milliarden Euro zu zusätzlichen Arbeitsplätzen, einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung des BIP um 350 bis 400 Millionen Euro sowie zu höheren verfügbaren Einkommen und einem Anstieg des privaten Konsums führen könnten.