Linzer Torte

kuchen mit nüsse und marmelade
Foto: Konditorei Leo Jindrak, Linz

Die Linzer Torte ist eine Torte aus gewirktem oder gerührtem Mürbteig (Linzerteig) mit einem hohen Anteil an Mandeln oder Nüssen.
 

Registernummer: 170

Offenlegungsdatum

Das älteste Rezept der Linzer Torte stammt aus dem Jahr 1653 und gilt damit als das älteste bekannte Tortenrezept der Welt, das nach einem Ort benannt ist. Die Linzer Torte ist eine klassische Vertreterin der barocken Backkunst und wurde schon zur Biedermeierzeit (1815 bis 1848) in aller Herren Länder verschickt.

Titel

Linzer Torte

Kurzdarstellung oder Behauptung

Die Linzer Torte ist eine Torte aus gewirktem oder gerührtem Mürbteig (Linzerteig) mit einem hohen Anteil an Mandeln oder Nüssen. Ursprünglich wurden dem Teig nur Mandeln beigemengt, heute wird meist eine Mischung aus Mandeln und geriebenen Haselnüssen verwendet.
Die Linzer Torte enthält eine einfache Füllung aus Marmelade, meist Ribiselmarmelade. Sie wird traditionell mit einem Teiggitter als oberste Lage, welches aus dem  gewirtken Mürbteig geformt und aufgelegt oder aus dem gerührten Mürbteig aufdressiert wird, hergestellt.

Produktbezeichnung, Produktklasse

Torte, Konditorwaren, Feine Backwaren

Name der Region

Österreich, Oberösterreich, Linz

Suchgebiet

Lebensmittel und Speisen

Name des Informationsgebers

Dipl. Päd. Ludwig Mann; Überarbeitung Waltraud Faißner,

Bundesinnungsmeister KR Mst. Leo Jindrak, Dipl.Ing. Alfred Mar (Mai 2026)

Name des Antragstellers für den Titel

Keine Angabe

Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen

Keine Angabe

Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels

Keine Angabe

Beschreibung

Geschichte:

Es war von Anfang an unbestritten, dass die Linzer Torte mit ihrer exakten geographischen Zuordnung nur aus Linz an der Donau stammen konnte. Nur dieses Linz (es gibt noch Linz am Rhein und Linz in Kärnten) bot im 17. Jahrhundert alle kulturhistorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen zur Entwicklung und Verbreitung eines vornehmen Mandelbackwerks.

Mandeltorten gehörten lange Zeit zu den Luxusspeisen, die sich nur der Adel, der Klerus und besonders hochgestellte Bürger leisten konnten. Der früheste Nachweis darüber, dass man in Linz eine Mandeltorte servierte, stammt aus dem Jahr 1619 aus einer Rechnung des Großkaufmannes Ludwig Hebenstreit an Ludwig von Kuefstein. Dieser machte auf seiner Reise in Linz Station und wurde gegen Entgelt im Haus des Herrn Hebenstreit aufgenommen und bewirtet, unter anderem mit „Mandl Dortten“.

Das älteste überlieferte, handschriftliche Rezept der Linzer Torte stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Kochbuch der Gräfin Anna Margarita Sagramosa (aus Verona) aus dem Jahre 1653 mit dem Titel „Buech von allerley Eingemachten Sachen, also Zuggerwerckh, Gewürtz, Khütten und sonsten allerhand Obst wie auch andere guett und nützlich Ding etc.“ enthält bereits vier Rezepte mit der Bezeichnung „Linz“ im Titel.

Dieses Manuskript wurde 2005 von Waltraut Faißner, der Leiterin der Bibliotheken der Oberösterreichischen Landesmuseen in Linz, in der Stiftsbibliothek Admont entdeckt. Es wird dort als Codex 35/31 aufbewahrt.

Die Bibliothek der Oberösterreichischen Landesmuseen verfügt über eine reichhaltige Sammlung von handschriftlichen Kochbüchern und mit diesen über einen Schatz von weit über 80 Original-Rezepten für die Linzer Torte aus der Zeit vor 1858.

Diese historischen Quellen widerlegen die weitverbreitete Behauptung, dass die Linzer Torte um 1822 von Johann Conrad Vogel (1796 - 1883) in Linz „erfunden“ wurde.

Das erste gedruckte Kochbuch, das ein Rezept der Linzer Torte enthielt, war das „Neue Saltzburgische Koch-Buch“ aus dem Jahr 1718 vom „Hoch-Fürstlich-Saltzburgischen Stadt- und Landschafft-Koch“ Conrad Hagger. Nach ihm besteht der „Gute und süße Lintzer Taig“ aus Butter, Mandeln, Mehl, Zucker, Eiern, Zitronenschale und wird, wie aus einem beigefügten Kupferstich ersichtlich, mit einem kunstvollen Gitter verziert.

Durch die Gitterverzierung erscheint die darunterliegende Fülle in Form kleiner Rauten, die seit jeher nicht nur als Verzierung dienten, sondern auch symbolische Bedeutung besaßen. Das charakteristische Rautenmuster der Linzer Torte ist vermutlich aber aus praktischen Gründen entstanden. Die Torte hat sich aus der Pastetenbäckerei heraus entwickelt. Das Gitter diente dem Dampfabzug, denn waren die aufgestrichenen Marmeladen oder Salsen (Fruchtmuse) zu feucht, riss die geschlossene Teigdecke beim Backen auf und der Boden wurde speckig.

Auf Grund des hohen Butteranteils, der Mandeln, des Zuckers und der Zitronen sowie später hinzugekommener Gewürze aus Übersee war die Linzer Torte lange den wohlhabenden Bevölkerungsschichten vorbehalten.

An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert erfuhr die Linzer Torte eine rasche Verbreitung und erschien vermehrt in handschriftlichen und gedruckten Kochbüchern.Oft sind dabei mehrere Rezepte für die Zubereitung zur Auswahl angeführt, wobei diese meist durch das Beiwort „abgetriebene“, „gerührte“, „abgebreselte“ unterschieden werden.

Ein Grund für die wachsende Beliebtheit war unter anderem auch die Erfindung des Rübenzuckers. Dadurch wurde Zucker als Zutat allgemein leistbar.

In den ältesten Kochbüchern Oberösterreichs findet sich der Name nicht, es sind jedoch ältere Rezepte gewürzter, „aufgesetzter“ Mandeltorten verzeichnet, die von den Zutaten her und der Zubereitung nach als unmittelbare Vorläufer der Linzer Torte angesehen werden können. Vielleicht schlummern in unbearbeiteten Klosterbibliotheken noch ältere Quellen als das Kochbuch Sagramosa 1653, die neue Erkenntnisse bringen können.

Bei den Reiseschriftstellern des 18./19. Jahrhunderts wurde die Linzer Torte oft erwähnt. Der deutsche Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl suchte eigens in einem Linzer Hotel die Küche auf, um von der Köchin des Hauses das Rezept der Linzer Torte einzuholen, welches er dann in seinem Band „Hundert Tage auf Reisen in den österreichischen Staaten“ (1842) veröffentlichte.

1809 schrieb der deutsche Landesherr, Landschaftsarchitekt, Schriftsteller und Weltreisender Fürst Hermann von Pückler-Muskau in seinem Tagebuch die Eindrücke seines Linzbesuches, bei dem er auch eine Linzer Torte genoss, nieder: „Ich blieb die Nacht und den folgenden Tag in Linz, weil ich gehört hatte, dass die Stadt ihrer Torten und schönen Mädchen wegen berühmt sei. Die Torten mögen ihren Ruf allenfalls verdienen (…)“.

Erzherzog Franz Karl (1802 bis 1878) war dafür bekannt, dass er auf dem Weg in die „Sommerfrische nach Ischl“ stets im „Goldenen Löwen“ in Linz übernachtete und sich eine Linzer Torte mit auf die Reise nahm.

Bereits im Jahr 1856 wurde das Tortenrezept vom Linzer Auswanderer Franz Hölzlhuber (1826 bis 1898), der Maler, Dichter, Komponist und Dirigent war, nach Nordamerika (Milwaukee) gebracht. Als dieser sich in einer finanziellen Notlage befand, erinnerte er sich an die elterlichen zuckerbäckerischen Wurzeln, begann mit der gewerbsmäßigen Herstellung der Linzer Torte und hatte damit großen Erfolg.

Der Dramatiker Ernst von Wildenbruch (1845 bis 1909) würdigt die Torte in einem Gedicht mit dem Schlusssatz “Was sind aller Dichter Worte gegen eine Linzer Torte!“.

Der deutsche Komponist Ludwig Schmidseder (1904 bis 1971) widmete der Linzer Torte sogar eine eigene Operette mit dem Titel „Linzer Torte“, die am 26. Mai 1944 in Linz uraufgeführt wurde. Neben einer Liebesgeschichte behandelte diese auch die Erfindungslegende der Torte.

1987 feierte die Firma des damaligen Landesinnungsmeisters der Konditoren Leo Jindrak (in 3. Generation) ihr Firmenjubiläum zum 55-jährigen Bestehen und zugleich „Drei Jahrhunderte Linzer Torte“. Zu diesem Anlass wurde eigens ein Sonderpostamt eingerichtet und die offiziellen Marken mit einem Sonderstempel versehen.

Laut Leo Jindrak wird die „Original Linzer Torte“ nach mündlich überlieferter Tradition von Konditor:innen und Bäcker:innen in Linz hergestellt. Charakteristisch ist die in der Kurzdarstellung eingangs beschriebene Form und Zusammensetzung sowie die Verwendung von Butter für den braunen Linzerteig.

Veränderung der Rezeptur und Herstellung:

Die älteren Rezepte unterscheiden sich von jüngeren dadurch, dass der Teig Butterschmalz enthielt und in den Teig noch zusätzlich ein Butterziegel eingearbeitet wurde. Außerdem wurde die Torte oft als sogenannte „Schüsseltorte“ zubereitet. Sie wurde in einer Schüssel, ähnlich den heutigen Pasteten, mit Fruchtfülle und einem Gitter darüber gebacken. Für den Teig verwendete man damals Butter, Mandeln, Zucker, Mehl und feine Gewürze, also Zutaten, die auch heute noch den Hauptanteil bilden.

In den ältesten Backanweisungen kommt kein Ei in die Masse, erst später enthielten die Rezepte ganze Eier oder auch nur die Dotter. Ab dem 19. Jahrhundert finden sich Rezepte, in denen sogar hart gekochte Eidotter beigesetzt wurden.

In alten Texten findet man vorwiegend die Linzer Torte aus hellem Teig, später setze sich der dunkle Linzer Teig durch. Dieser enthielt im Gegensatz zur hellen Variante ungeschälte Mandeln sowie zusätzlich Gewürze wie Zimt, Nelken oder Muskat. Zitronenschalen waren lange Zeit die einzigen Aromaträger in der Linzer Torte, bis sie durch Zimt, Nelken, Muskatnuss, Kardamon, Sandel und viel später auch durch Vanille bzw. Vanillin erweitert wurden.
Die Muskatnuss taucht in Rezepten der Linzer Torte bereits ab 1740 auf, tritt dann aber im Laufe der Zeit zugunsten von Zimt, Nelken und Neugewürz in den Hintergrund.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Mandel die einzige Nussart in den Rezepturen der Linzer Torte und ein Charakteristikum für Linzer Gebäcke allgemein. Erst an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert wurden erstmals Haselnüsse anstelle der Mandeln verwendet.

Während des 1. Weltkriegs gab es sogenannte „Kriegs-Linzer-Torten“. Diese enthielten statt Mandeln oder Walnüssen geröstete Haferflocken oftmals auch gekochte Kartoffeln.

Namensursprung:

Der Name der Linzer Torte geht nicht auf einen Erfinder zurück, sondern auf die Stadt Linz an der Donau.

Wahrscheinlich haben die großen alljährlichen Jahrmärkte in der Stadt mit ihrem internationalen Publikum dazu beigetragen, dass die würzige Mandeltorte, die in Linz so gut geschmeckt hat, kurzerhand als „Linzer Torte“ mitgenommen, ihr Rezept verbreitet und sie fürderhin so bezeichnet wurde.
 

Legenden rund um die Linzer Torte:

Bereits im alten Ägypten ist ein zumindest von der Form her mit der Linzer Torte vergleichbares Backwerk nachgewiesen. Angeblich soll für den Prinzen Pepiouk Her-ab aus der 6. Dynastie (vor ca. 4400 Jahren) eine Spezialität mit typischem Rautengitter und mit Fruchtmasse als Fülle als Grabbeigabe gedient haben.

Oft wird behauptet, ein Wiener Bäcker namens „Linzer“ sei der Erfinder der Linzer Torte. Diese Behauptung geht auf den Wiener Schriftsteller, Satiriker und Theaterkritiker Alfred Polgar (1873 bis 1955) zurück, der sie in der Glosse „Städte, die ich nie erreichte“ seinem Freund Jacob Frank in den Mund legte. Polgars Vermutung widerspricht jedoch der historischen Namensgebung von Speisen. Denn ursprünglich wurden Speisen nach ihren Herkunftsländern bzw. den Landstrichen, aus denen sie kamen benannt und nicht nach den Köchen, die nach dem damaligen Klassendenken einem sehr niedrigen Stand angehörten. Darüber hinaus findet sich in den historischen Quellen zum Zuckerbäckerwesen in Wien in der Zeit von 1400 bis 1814 kein einziger Konditor oder Vertreter eines vergleichbaren Gewerbes mit dem Namen „Linzer“.

Andere Quellen wiederum berichten davon, die Torte sei anlässlich eines Besuches des Fürstbischofs Firmian von Passau von einem seiner Leibköche kreiert worden. Es gab tatsächlich zwei Firmiane, die Erzbischöfe waren, Leopold Anton Eleutherius Graf von Firmian (1679 bis 1744), Erzbischof von Salzburg, sowie Leopold Max Gras Firmian (1766 bis 1831), Erzbischof von Wien. Zu deren Lebzeiten war die Linzer Torte bereits nachweislich bekannt.

Als weiterer möglicher Erfinder der Linzer Torte wird der Linzer Konditor und Zuckerbäcker Johann Conrad Vogel (1796 bis- 1883) bezeichnet. Nach diesem wurde in der Linzer Innenstadt sogar eine Straße benannt. 1822 wanderte Vogel aus dem mittelfränkischen Weihenzell bei Ansbach (Deutschland) nach Linz ein und heiratete 1823 die Linzer Zuckerbäckerswitwe Katharina Kreß, wodurch er ihren Betrieb und das Bürgerrecht der Stadt Linz erhielt. Als er 1823 zu einer wichtigen Angelegenheit ins Rathaus gerufen wurde, soll er seinen Lehrling damit beauftragt haben die Tortenmasse, an der er gerade arbeitete, weiter zu rühren, bis er wiederkäme. Der Termin im Rathaus dauerte jedoch länger als gedacht, was dem Teig keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, das Resultat war eine hochaufgehende, hervorragend schmeckende Torte.Der Ruf der Torte verbreitete sich weitum, sodass Vogel sogar, aber nur der Legende zufolge, Hoflieferant wurde.

Linzer Torten wurden jedoch schon lange vor dieser Zeit zubereitet. Sie sind also keineswegs eine Erfindung des Zuckerbäckers, wie kurz nach dessen Tod zwar in der Linzer Tagespost zu lesen war, gleich darauf aber dementiert wurde: „Die offizielle Linzer Zeitung erzählt in ihrer Nachricht vom Tode Johann Conrad Vogels, dass Vogel der Erfinder der Linzer Torte gewesen sei. Wir würden von dieser Unrichtigkeit keine Notiz genommen haben, wenn selbe nicht in das Volksblatt und die meisten Wiener Journale übergegangen wäre. So wollen wir aber dennoch erwähnen, daß die Linzer Torte lange gemacht wurde, bevor Vogel nach Linz kam.“
Eine andere Variante der Legende besagt, Vogel habe die Linzer Torte im Auftrag des Linzer Magistrats erschaffen.

Vogel ist es jedoch sicher zu verdanken, dass die Torte in den Gewerbebetrieb eingeführt wurde und er ihr so weiteste Verbreitung über die Grenzen Österreichs hinaus verschafft hat.

Eine andere Geschichte erzählt von Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth („Sissi“), die von dem Konditor Linzer, dem angeblichen Erfinder der Linzer Torte, ins seinem Geschäft bewirtet worden sein sollen. Zu Kaisers Zeiten hieß der Konditor in Bad Ischl jedoch „Zauner“ und nicht „Linzer“ und zu seinen Lebzeiten war die Linzer Torte längst erfunden.

Hazai József, Schwiegersohn des letzten Besitzers der Konditorei Russwurm im Wohnviertel um die Ofner Burg (Ungarn), behauptete, die Linzer Torte sei nach einem Honvéd-Leutnant Linzer, der nach der Erstürmung von Ofen (ungarisch Buda) beim Konditor Müller, dem Vorgänger Russwurms, einquartiert worden war, benannt. Die Linzer Torte war zu dieser Zeit jedoch in Ungarn schon längst verbreitet.

Eine weitere ungarische Legende berichtet vom Budapester Gastronom Károly Gundel (1883 bis 1956) als Erfinder der Linzer Torte.

Ein Schweizer Journalist (Name unbekannt) vermutet, dass der Ursprung der Linzer Torte in Mantua in Italien liegt.

Gebiet/Region:

Österreich, Oberösterreich, Linz

Linzer Torte:

Die Linzer Torte ist eine Torte aus gewirktem oder gerührtem Mürbteig (Linzerteig) mit einem hohen Anteil an Mandeln oder Nüssen.Ursprünglich enthielt die Linzer Torte neben Butter (Butterschmalz), Eiern, Mehl, Zucker und Marmelade ausschließlich Mandeln, heute verwendet man eine Mischung aus Mandeln und geriebenen Haselnüssen.
Die Linzer Torte enthält eine einfache Füllung aus Marmelade (meist Ribiselmarmelade/Ribiselgelee oder auch Kirschenmarmelade) und wird traditionell mit einem Teiggitter als oberste Lage, welches aus dem gewirkten Mürbteig geformt und aufgelegt oder aus dem gerührten Mürbteig (Linzer Masse) aufdressiert wird, hergestellt.

Die Linzertorte ist im österreichischen Lebensmittelbuch, Codexkapitel B 18 Backerzeugnisse, Abschnitt Feine Backwaren, in Absatz 2.3.4.7 als „Mürbteigbackware“ angeführt. In Fachbüchern findet man auch eine Zuordnung der gerührten Mürbteige (Linzer Masse) auf Grund der Rezeptur und Zusammensetzung zu den Backerzeugnissen aus Sandmasse.

Variationen und Abkömmlinge:
Linzerschnitten, Linzeraugen, Linzerkipferl, Linzerbäckerei

Methode der Zubereitung:

Rezept nach Konditorei Leo Jindrak („Original Linzer Torte“)
Zutaten für 1 Torte, Durchmesser 23 Centimeter
200 Gramm Butter
330 Gramm Weizenmehl Type 700 glatt
200 Gramm Puderzucker
130 Gramm geröstete Haselnüsse gerieben
100 Gramm Vollei (2 Stück)
10 Gramm Backpulver
Gewürze (Vanille, Zitrone, Zimt, Nelkenpulver) – nach Geschmack
400 Gramm Ribiselmarmelade
60 Gramm gehobelte Mandeln zum Bestreuen

Zubereitung:
Butter und Zucker verkneten. Das gesiebte mit Backpulver vermischte Mehl, die geriebenen Haselnüsse, die Eier und die Gewürze zugeben und zu einem homogenen Mürbteig kneten (wirken). Den fertig gewirkten Teig im Kühlschrank kühl stellen (circa 1 Stunde, mit Frischhaltefolie abgedeckt).
Zur Aufarbeitung und Formgebung den Teig vierteln. Drei Viertel der Teigmenge auf circa 1,5 Centimeter Teigstärke und Durchmesser der Tortenform ausrollen. Den Teig in die Tortenform einlegen, die zuvor mit Backtrennpapier ausgelegt oder mit Butter bestrichen wurde.
Die Ribiselmarmelade auf den eingelegten Teig mit etwas Abstand zum Rand aufstreichen. Den restlichen Teig zu Rollen formen und als Gitter und Rand auf die Marmelade auflegen. Rand und Gitter mit Ei bestreichen und am Rand mit gehobelten Mandeln bestreuen.
40 bis 45 Minuten bei circa 190 °C backen.


Rezept nach Kaltenbacher et al., Linzer Torte aus Linzer Masse

Zutaten für 1 Torte, Durchmesser 23 Centimeter
200 Gramm Butter
160 Gramm Puderzucker
100 Gramm Vollei (2 Stück)
20 Gramm Eidotter (1 Stück)
280 Gramm Weizenmehl Type 700 oder 480 (wenn vorhanden einen Teil davon süße Brösel, z. B. aus Tee- oder Marmorkuchen)
250 g geröstete Haselnüsse gerieben
Gewürze (Zitrone, Zimt, Nelken gemahlen) – nach Geschmack

Zum Belegen und Bestreichen:
2 Stk Oblaten
200 Gramm Ribiselmarmelade
15 Gramm weiße Mandeln, gehobelt oder gestiftelt

Zubereitung:
Butter mit Zucker und Gewürzen schaumig rühren. Eier und Eigelb nach und nach einrühren („Eiabtrieb“). Mehl, geriebene Haselnüsse und (wenn vorhanden) süße Brösel vormischen und vorsichtig einmischen („melieren“).
Tortenring mit Backtrennpapier auslegen und etwas mehr als die Hälfte der Linzer Masse einfüllen und verstreichen. Mit Wasser benetzte Oblaten auflegen und die Ribiselmarmelade mit etwas Abstand zum Rand aufstreichen.
Aus der restlichen Masse mit einer Sterntülle (circa 10 Millimeter Durchmesser) ein Gitter und einen Rand dressieren. Mandeln auf die Oberfläche entlang des Randes aufstreuen.
50 Minuten bei ca. 180 °C backen.

Produzenten:

Konditoren, Bäcker

Verfügbarkeit:

Ganzjährig

Schlüsselworte

Lebensmittel und Speisen, Traditionelles Wissen, Österreich, Backerzeugnisse, Mürbteigbackwaren, Torten, Linzer Torte

Bibliographie/ Referenzen

  • • FAIßNER W. Linzerische Torten auf andere Art. Historische Rezepte aus der Kochbuchsammlung der Bibliothek des OÖ. Landesmuseums. Überarb. und erw. Neuaufl. Studien zur Kulturgeschichte Oberösterreichs. Folge 25. Bibliothek der Provinz. Weitra, 2010.
    • Jindrak Leo (III), mündliche Überlieferung zur „Original Linzer Torte“, Gespräch vom 27.04.2026, Linz
    • KALTENBACHER, C. et al.: Konditorei in Theorie und Praxis. Trauner Verlag, Linz, 3. Aufl. (2025), Seite 292 bis 297
    • KUNZ F. In Linz beginnt’s. Auf den Spuren der Linzer Torte. In: bmi aktuell; Ausgabe 2/Oktober 2007, Wien. S. 9-11.
    • MAIER-BRUCK, F. Die klassische Österreichische Küche, Seehammer Verlag GmbH, Weyarn, 2003, S. 542, 560-562.
    • MAR, A. et al.: Bäckerei in Theorie und Praxis. Trauner Verlag, Linz, 2. Aufl. (2021), Seite 420 bis 424
    • MÖRWALD, T., WAGNER, C. Die süße Küche-Das Österreichische Mehlspeiskochbuch, NP BUCHVERLAG, St.Pölten-Wien-Linz, 2003, S. 15.
    • NEUNTEUFL, H. Kulturgeschichte der Linzer Torte. In: Oberösterreichische Heimatblätter, 31. Jahrgang, 1977, Heft 3/4, S. 195-198.
    • PLACHUTTA, WAGNER. Die Gute Küche. Das Österreichische Jahrhundert Kochbuch. Verlag Kremayr & Schierau, Wien, 1993.S. 452.
    • POHL, H.D. Linzer Torte. In: Von Apfelstrudel bis Zwetschkenröster, Verlag Carl Ueberreuter, Wien, 2008, S. 73.
    • SCHLAGER, L. Linzer Torte: Drei Jahrhunderte Kulturgeschichte um ein Backwerk, Landesverlag, Linz, 1990.
    • SIEVERS, G.W. (2007): Linzer Torte und Linzer Augen. In: Genussland Österreich – Was Küche und Keller zu bieten haben, Leopold Stocker Verlag, Graz, S. 140.
    • WAGNER C. Prato- Die gute alte Küche. Pichler Verlag, Wien, 2006. S. 564.
     
  • Die Linzer Torte
  • Linz
  • Linzer Torte
  • Linzertorte
  • Linzer Torte Landesmuseum
  • Linzer Torte – LinzWiki
  • Linzer Torte Wikipedia
  • Österreichisches Lebensmittelbuch IV. Auflage Codexkapitel B 18 Backerzeugnisse

Letzter Zugriff aller Internetreferenzen erfolgte am 28.05.2026

Sprachcode

Deutsch

Regionaler Ansprechpartner

Keine Angabe

Autoren

Dipl. Päd. Ludwig Mann, Mag. Doris Reinthaler, Mag. Eva Sommer, Dr. Erhard Höbaus, Überarbeitung Waltraud Faißner, Bundesinnungsmeister KR Mst. Leo Jindrak, Dipl.Ing. Alfred Mar (Mai 2026)