Aktionsplan Bioökonomie
Umsetzung der Bioökonomiestrategie für Österreich
Mitte 2019 startete eine österreichweite Workshop-Reihe zum Aktionsplan Bioökonomie. In dieser wurden die strategischen Zielsetzungen mit allen betroffenen Stakeholdergruppen diskutiert und die Handlungsfelder konkretisiert. Dazu fanden insgesamt 20 Veranstaltungen mit mehr als 400 Expertinnen und Experten von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbänden, Sozialpartnern, NGOs und öffentlichen Stellen, statt. Holzbau bzw. die holzbasierte Wertschöpfung wurden insbesondere in den Workshops in der Steiermark (geleitet durch den Holzcluster STMK) aber auch in Tirol und Vorarlberg (geleitet durch das Energieinstitut Vorarlberg) adressiert. Dabei wurden auch Themen wie beispielsweise nachhaltige Rohstoffgewinnung diskutiert.
Insgesamt wurden im Zuge der Veranstaltungen circa 800 Inputs gesammelt die in verschiedenen Aggregationsprozessen zu mehr als 100 Maßnahmen zusammengefasst werden konnten. Zusätzlich wurde jede Maßnahme einer Bewertung und Priorisierung der drei am Prozess beteiligten Ressorts unterzogen. Ziel war es, die Inhalte der Maßnahmen fachlich abzurunden und Maßnahmen mit hoher Gewichtung für die Zielsetzungen der österreichischen Bioökonomiestrategie zu identifizieren.
Der 2023 und 2024 vollständig aktualisierte Aktionsplan Bioökonomie gliedert sich in 11 Themenbereiche. Diese Themenbereiche sind in weitere Handlungsfelder unterteilt, welche schlussendlich die konkreten Maßnahmen enthalten. Insgesamt wurden durch den intensiven Entwicklungsprozess 112 Maßnahmen definiert.
Im Rahmen der vorliegenden Evaluierung wurden 82 für das Umweltministerium relevante Maßnahmen untersucht.
Ziel war es, den aktuellen Umsetzungsstand zu erheben, wesentliche Aktivitäten und Instrumente zu analysieren, erkennbare Wirkungen einzuordnen und daraus Empfehlungen für die weitere Umsetzung abzuleiten. Grundlage waren eine umfassende Literatur- und Dokumentenrecherche sowie elf leitfadengestützte Interviews mit Expertinnen und Experten und Stakeholdern aus Verwaltung, Forschung, Wirtschaft und Interessenvertretungen.
Die Ergebnisse zeigen insgesamt einen deutlichen Umsetzungsfortschritt. Von den 82 untersuchten Maßnahmen befinden sich sechs in Planung, sechs wurden begonnen, 64 sind in Umsetzung und sechs können als umgesetzt, etabliert oder abgeschlossen bewertet werden. Gegenüber dem ursprünglichen Status im Aktionsplan hat sich die Einstufung bei 49 Maßnahmen verbessert. Besonders deutlich ist die Verschiebung von geplanten oder erst begonnenen Aktivitäten hin zur operativen Umsetzung.
Fortschritte sind vor allem dort erkennbar, wo konkrete Förderprogramme, Forschungsprojekte, rechtliche Regelungen, Beratungsangebote oder institutionelle Strukturen bestehen. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen in den Bereichen Holzforschung und Holzbau, nachhaltige Lebensmittelsysteme, Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung sowie regionale Vernetzung. Mehrere Plattformen, Förderinstrumente und Modellprojekte konnten erfolgreich aufgebaut oder weiterentwickelt werden.
Gleichzeitig zeigt die Evaluierung, dass ein hoher Umsetzungsstand nicht automatisch mit einer nachweisbaren Wirkung gleichzusetzen ist. Bei vielen Maßnahmen fehlen weiterhin einheitliche Indikatoren, quantitative Zielwerte und regelmäßig erhobene Wirkungsdaten. Häufig kann zwar belegt werden, dass Projekte oder Programme durchgeführt werden, nicht jedoch, welchen konkreten Beitrag sie zur Ressourceneffizienz, Emissionsminderung, regionalen Wertschöpfung oder Substitution fossiler Rohstoffe leisten. Teilweise bleiben Aktivitäten zudem auf einzelne Projekte, Regionen oder Sektoren beschränkt.
Für die weitere Umsetzung wird daher empfohlen, den Aktionsplan stärker zu operationalisieren, Zuständigkeiten und Zielsetzungen eindeutiger zu formulieren und ein dauerhaftes Monitoring mit messbaren Indikatoren aufzubauen. Darüber hinaus sollten erfolgreiche Pilotprojekte stärker in die breite Anwendung überführt, sektorübergreifende Synergien genutzt und bestehende Lücken bei Kennzeichnung, Kommunikation, Ausbildung und Markteinführung biobasierter Lösungen geschlossen werden. Insgesamt bildet der Aktionsplan weiterhin eine relevante Grundlage für die österreichische Bioökonomie. Für seine künftige Wirksamkeit wird jedoch entscheidend sein, die Vielzahl bestehen der Aktivitäten stärker zu bündeln und die tatsächlichen Wirkungen systematisch sichtbar zu machen.
Kontakt
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Abteilung V/7 – Integrierte Produktpolitik, Betrieblicher Umweltschutz und Umwelttechnologie
E-Mail: biooekonomie@bmluk.gv.at