Kernenergie: Fakten gegen Mythen

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Wir setzen den in der Debatte aufgestellten Behauptungen und Versprechen (Märchen und Mythen) über die Kernenergie faktenbasierte Information entgegen.

Die geopolitischen Rahmenbedingungen und das energiepolitische Umfeld haben sich mit dem Krieg in der Ukraine stark verändert. Der Krieg in der Ukraine führt uns drastisch das enorme Gefahrenpotential von Kernkraftwerken in bewaffneten Konflikten vor Augen.

Paradoxerweise versuchen verschiedene Interessengruppen nun, die Atomkraft als Lösung für die durch den russischen Angriffskrieg ausgelösten Krisen zu propagieren. Darüber hinaus setzen immer mehr Länder auf Kernenergie als Option zur Erreichung ihrer langfristigen Klimaschutzziele.  Diverse Staaten wollen die Kernenergie massiv ausbauen, Vorteile und Begünstigungen erwirken und dabei die Atomkraft als umwelt- und klimafreundlich darstellen. 

Hype um Small Modular Reactors

Die Kluft zwischen politischen Ankündigungen und öffentlicher Wahrnehmung einerseits und der Realität andererseits wird immer größer. Dies trifft auch auf den Hype um die Small Modular Reactors (SMR) zu. 

Keine nukleare Renaissance in Sicht

Bei der Weltklimakonferenz 2023 wurde von mehreren Ländern eine Verdreifachung der nuklearen Stromerzeugungskapazität bis 2050 angekündigt. Dies ist allein schon wegen der fehlenden personellen und industriellen Kapazitäten, der wenigen verfügbaren Reaktortypen, der langen Vorlauf- und Bauzeiten sowie der hohen Kosten, die mit dem Bau von Kernkraftwerken verbunden sind, völlig unrealistisch bzw. gar nicht machbar.

Faktum ist, dass der Anteil der Atomkraft am globalen Strommix kontinuierlich sinkt (auf 9% im Jahr 2024), während der Erneuerbaren Anteil stark ansteigt. Nur China und Russland bauen neue Reaktoren. Von einer nuklearen Renaissance, die so oft herbeigeredet wird, kann man keineswegs sprechen. Das bestätigt der aktuelle World Nuclear Industry Status Report.

Während viele Reaktoren am Ende ihrer geplanten Laufzeit angekommen sind, hat der Nuklearsektor zumindest in Europa ein massives Finanzierungsproblem . Es zeigt sich, dass die Industrie selbst nicht bereit ist, die mit der Kernenergie verbundenen Risiken zu tragen – und das aus gutem Grund. 

Zukunft ohne fossile Brennstoffe und Atomenergie

Erneuerbare Energien aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse stehen uns als klimafreundliche und leistbare Alternativen zur Verfügung. Das Ziel ist, bis 2030 in Österreich 100 Prozent sauberen Ökostrom zu beziehen. Eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe und ohne Atomenergie ist möglich.

Es braucht Investitionen in erneuerbare Energien, Speichertechnologien und Energieeffizienz, um eine nachhaltige und risikoärmere Energiewende voranzutreiben.  

Wir setzen den in der Debatte aufgestellten Behauptungen und Versprechen (Märchen und Mythen) über die Kernenergie faktenbasierte Information (Faktenchecks) entgegen.

Kernenergie: Fakten gegen Mythen (2024)

Die folgenden Faktenblätter sind auch in Englisch verfügbar!

Kernenergie: Fakten gegen Myhen - Faktenchecks Downloads (2024):

Tipp

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