Marz

zeigt drei Plakate zum Workshop, auf welchen die Ideen der Teilnehmenden stehen
Workshop Ideenfindung Foto: Werner Tschirk

Die burgenländische Gemeinde Marz im Bezirk Mattersburg hat sich der Innenentwicklung des Ortes verschrieben. Der ehemalige Kindergarten stand leer und wurde im Sinne der Ortskernstärkung mit einem partizipativen Beteiligungsprozess verbunden. Das Ergebnis ermöglicht einen erneuerten kommunalen Mittelpunkt, der viele Bevölkerungsgruppe anspricht und kurze Wege erzeugt.

Kurzprofil

Die Gemeinde Marz liegt im Bezirk Mattersburg im nördlichen Burgenland, eingebettet in die Region Rosalia und den Naturpark Rosalia-Kogelberg. Mit etwas mehr als 2.000 Einwohner:innen verbindet Marz ländliche Lebensqualität mit guter regionaler Erreichbarkeit und einem aktiven Gemeindeleben.

Struktur und Personen

Agendabüro/Kernteam vor Ort
Bürgermeister Gemeinde Marz: WHR DI Gerald Hüller
Prozessbegleitung
AIR Planung GmbH, Bischof Stefan Laszlo-Straße 17, 7000 Eisenstadt

Prozessverlauf in der Gemeinde Marz

Ausgangspunkt: Ein Gebäude mit Geschichte – und Zukunft
Der ehemalige Kindergarten war über viele Jahre ein Ort des Ankommens, Lernens und Miteinanders. Heute steht er großteils leer, wird nur punktuell genutzt – und bietet eine Gelegenheit für Innenentwicklung und Ortskernstärkung. Die Gemeinde Marz setzt auf Transformation, indem vorhandene Räume neu gedacht, gefüllt und nachhaltig entwickelt werden sollen.

Zielsetzungen des Prozesses
Von Beginn an war klar, mit welchen Erwartungen der Prozess verbunden ist – indem die Entwicklung eine klare Grundlage für die zukünftige Nutzung ermöglichen soll, ein Ort entsteht, welcher soziale, kulturelle und wirtschaftliche Aktivitäten verbindet, die Stärkung des Miteinanders und des kommunalen Lebens nach sich zieht und darüber hinaus einen ressourcenschonenden Umgang mit Flächen und Gebäuden vorsieht.

Fachliche Analyse: Blick ins Gebäude
Im Rahmen des Prozesses wurden Nachnutzungsoptionen geprüft. Der ehemalige Kindergarten bringt hervorragende Voraussetzungen mit, etwa hohe Flexibilität für unterschiedliche Nutzungsbereiche, flexible Raumaufteilung, angrenzende Freiflächen und eine zentrale Lage im Ortsgefüge.

Beteiligung: Ideen werden zu Möglichkeiten
In Workshops und Gesprächen brachten Bürger:innen, Vereine und engagierte Menschen ihre Vorstellungen ein. Dabei zeigte sich ein klares Bild: Marz wünscht sich einen offenen Ort – dieser soll lebendig und vielfältig sein und mit echtem Nutzen für den Alltag ausgestattet.

Als wesentliche Impulse aus dem Beteiligungsprozess wurden überlegt:

  • Räume für Begegnung und Gemeinschaft und
  • Platz für Jugend, Vereine und Kultur zu schaffen;
  • Gesundheits- und Therapieangebote in wohnortnaher Qualität,
  • Möglichkeiten für modernes Arbeiten in der Gemeinde und
  • flexibel nutzbare Räume statt starrer Funktionen zu ermöglichen

Projekte und Aktionen

Aus Prozess, Analyse und Beteiligung haben sich mehrere Entwicklungsrichtungen herauskristallisiert, die gut miteinander kombinierbar sind. Ziel ist es, Leerstand für ein multifunktionales Zentrum für Marz zu nützen.
Der ehemalige Kindergarten soll zu einem Ort werden, der unterschiedliche Funktionen bündelt und sich zu einem sichtbaren Symbol für nachhaltige Gemeindeentwicklung für alle Bevölkerungsgruppen entwickeln kann, genannt wurden folgende Bereiche: ein Treffpunkt für alle Generationen; Räume für Vereine, Gruppen und Initiativen; ein Ort für Kultur, Workshops, Veranstaltungen und Austausch sowie für Bewegungs-, Therapie- und Beratungsangebote.

Ausblick

Die Gemeinde Marz hat mit dem Prozess einen ersten, entscheidenden Schritt gesetzt – jetzt beginnt die nächste Phase. Geplant sind:

  • Vertiefung und Priorisierung der Nutzungsszenarien
  • Ausarbeitung von Organisations- und Betriebsmodellen
  • schrittweise Umsetzung statt Großprojekt „am Stück“
  • weiterhin aktive Einbindung der Bevölkerung
  • Entwicklung des Kindergartens als sichtbares Symbol für nachhaltige Gemeindeentwicklung

Der ehemalige Kindergarten soll wieder das werden, was er immer war – ein identitätsstiftender Ort für Menschen. Nur diesmal mit neuen Funktionen, neuen Ideen und neuer Strahlkraft für die gesamte Gemeinde.

Redaktion und Rückfragen

DI Dr. Werner Tschirk, tschirk@a-i-r.at, AIR Planung GmbH

Die Inhalte dieser Seite wurden vom DI Dr. Werner Tschirk (AIR) für das Bundesland Burgenland gestaltet.