Fortschrittsbericht 2025: Vorreiter-Unternehmen investieren über 6 Milliarden Euro in grüne Projekte Nachhaltige Investitionen fließen vor allem in Infrastruktur, Wohnbau und Energie
 

Die Green Finance Alliance zieht drei Jahre nach ihrer Gründung mit ihrem aktuellen Fortschrittsbericht eine positive Bilanz: Die Mitglieder treiben die grüne Transformation mit messbarem Erfolg voran. Strategisch gesteuert wird die Allianz vom Umwelt- und Klimaministerium, das die Initiative auch gegründet hat.

Mehr als 6 Milliarden Euro grüne Investitionen und Finanzierungen

Insgesamt konnten sich die Mitglieder der Green Finance Alliance gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern. Zu den verpflichtend zu erfüllenden Kriterien gehören unter anderem das Aufsetzen einer Klimastrategie sowie einer Engagement-Strategie. Sie müssen also darlegen, wie sie mit ihren Geschäftskundinnen und -kunden in den Dialog treten, um gemeinsam nachhaltig zu wachsen. Mehr als 80 % der Kriterien wurden 2024 vollständig erfüllt – dazu gehören auch Kriterien zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern oder der Ausbau grüner Aktivitäten. Per Ende 2024 haben die Mitglieder mehr als 6 Milliarden Euro in grüne Projekte investiert oder finanziert. Dazu zählen unter anderem grüne Infrastrukturprojekte, nachhaltiger Wohnbau oder der Ausbau erneuerbarer Energien. Zudem sind rund die Hälfte aller heimischen EMAS-Betriebe (freiwilliges System für betriebliches Umweltmanagement) aus dem Finanzsektor Mitglieder der Green Finance Alliance. Das bedeutet, dass sie ein professionelles Umweltmanagementsystem eingeführt haben und ihr Fortschritt auch bei betrieblichen Klimaauswirkungen regelmäßig auditiert wird.

Diese positiven Entwicklungen sind deshalb so wichtig, da öffentliche Mittel alleine nicht ausreichen, um die umwelt- und klimafreundliche Weiterentwicklung der Wirtschaft zu finanzieren. „Mit Förderungen und öffentlichen Finanzierungen können wir die umwelt- und klimafreundliche Weiterentwicklung der Wirtschaft gezielt unterstützen. Doch uns muss auch bewusst sein, dass – nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Budgetsituation – ein großer Teil der notwendigen Investitionen durch privates Kapital finanziert werden muss. Die Green Finance Alliance Mitglieder zeigen, wie private Finanzunternehmen Verantwortung übernehmen und mit konkreten Investitionen private finanzielle Mittel für umwelt- und klimafreundliche Projekte mobilisieren. Daher lade ich alle weiteren österreichischen Banken, Versicherungen, Pensionskassen und betriebliche Vorsorgekassen sowie Kapitalanlagegesellschaften ein, Teil unserer Vorreiter-Initiative zu werden“, betont Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig.

Erfolgsrezept: Schulterschluss zwischen Staat und Finanzunternehmen

Während sich die meisten namhaften internationalen Klimainitiativen für den Finanzmarkt in den letzten Jahren zurückgezogen haben, bleibt die Green Finance Alliance stabil. Seit ihrem Launch 2022 setzt sie auf ein weltweit einzigartiges Konzept: Unabhängig von ihren Mitgliedern und gestützt auf einem wissenschaftsbasierten Kriterienkatalog. Das regelmäßige Monitoring der Kriterienerfüllung durch das Umweltbundesamt dient nicht nur der Transparenz, sondern zeigt auch den Fortschritt der Initiative. Auch methodisch wie strategisch bleibt die Green Finance Alliance am Puls der Zeit: Noch 2025 wird das neue Kennzahlen-Set „I-PEPs“ (Indikatoren für Portfolio-bezogene Emissionsperformance) eingeführt und ab 2026 wird ein stärkeres Augenmerk auf der Transitionsbegleitung liegen.

Messbarer Fortschritt im Kerngeschäft, nachhaltiges Angebot für Kundinnen und Kunden

Die Idee der Green Finance Alliance ist, dort anzusetzen wo die wirklich großen Hebel liegen: im Kerngeschäft. Der Kriterienkatalog umfasst daher Vorgaben für den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, den Ausbau grüner Geschäftsaktivitäten sowie für eine transparente jährliche Klimaberichterstattung. Dafür kommen wissenschaftsbasierte, verbindliche Kriterien für das Kredit-, Investment- und Versicherungsgeschäft zum Einsatz. Sie geben eine klare Orientierung und stabile Rahmenbedingungen zur nachhaltigen Umsetzung der Transitionsbemühungen der Green Finance Alliance Mitglieder.

Ergänzend zu der Kriterienerfüllung haben die Mitglieder der Green Finance Alliance rund 40 Finanzprodukte nach dem Umweltzeichen 49 zertifizieren lassen. Dazu gehören vor allem Spar- und Giroprodukte sowie nachhaltige Investmentfonds. Somit wird nicht nur das Kerngeschäft schrittweise transformiert, sondern auch für Kundinnen und Kunden ein breites nachhaltiges Angebot geschaffen.

Download: GFA Fortschrittsbericht 2025

Über die Green Finance Alliance

Die Green Finance Alliance bricht das langfristige Ziel der Klimaneutralität bis 2050 auf umsetzbare und kurz- bis mittelfristige Maßnahmen herunter. Dazu gehören unter anderem eine aussagekräftige Klimaberichterstattung und der sukzessive Ausstieg aus Kohle, Erdöl und Erdgas im Kerngeschäft. Die Initiative des Bundesministeriums für Klimaschutz umfasst aktuell zehn Finanzunternehmen, die gemeinsam eine Bilanzsumme von mehr als 181 Milliarden Euro aufweisen und rund 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen: Allianz Elementar Versicherungs-AG, BKS Bank AG, HYPO Oberösterreich, Raiffeisen Landesbank Vorarlberg, Raiffeisenbank Gunskirchen eGen, Sparkasse Pöllau, UniCredit Bank Austria AG, UNIQA Insurance Group AG, VBV Pensionskasse AG und VBV Vorsorgekasse AG.